Ich weiß nicht wie es euch geht, aber zumindest wir bei Arktis können uns mittlerweile nicht mehr über fehlende Geschwindigkeit, zu geringen Speicherplatz und langsame Internetverbindungen beim iPhone beschweren. Was mich aber immer noch immens stört ist die meist sehr kurze Batterielaufzeit, die man bei häufiger Nutzung des iPhones in kauf nehmen muss. Mit etwas Glück schafft das iPhone einen vollen Arbeitstag, bei Messebesuchen auch gerne etwas weniger. Was aber hilft wirklich (neben den üblichen Verdächtigen wie Akku Cases oder Zusatzakkus) die Laufzeit des iPhones massiv zu erhöhen? Scotty Loveless, zwei Jahre angestellt als Apple Genius, gibt uns ein paar fundierte Einblicke in sein Wissen, das über die üblichen Voodootricks hinausgeht.
Vorab: Zu 99,9% ist nicht iOS selbst, sondern eine Drittanbieter-App für leere Akkus verantwortlich und vor allem Facebook sticht aus der Masse der Apps heraus, aber dazu später mehr. Erst einmal gilt es zu testen, ob Ihr bereits einen dieser lästigen Sauger bei euch auf dem iPhone habt. Dazu geht Ihr in die „Einstellungen > Allgemein > Benutzung“ und notiert euch die Werte hinter „Benutzung“ und „Standby“. Nun schickt das iPhone über den Standby-Schalter an der Oberseite des iPhones wie gewohnt für 5 Minuten in den Schlaf und rührt es währenddessen bitte nicht an. Nach besagten 5 Minuten sollte sich die Standbyzeit um exakt 5 Minuten verlängert haben, während sich die Benutzungszeit maximal um weniger als eine Minute erhöht haben darf. Ist das nicht der Fall und erhöht sich der Wert bei „Benutzung“ um mehr als eine Minute, habt ihr ein Problem mit einer gefräßigen App.
Nun gilt es die folgenden 8 Schritte zu beachten, um dem entgegen zu wirken:
1.: Deaktiviert die Ortungsdienste unter „Einstellungen > Datenschutz > Ortungsdienste“ sowie die Hintergrundaktualisierungen unter „Einstellungen > Allgemein > Hintergrundaktualisierung“ für die Facebook App! Dieser Schritt alleine sollte euch auf anhieb mehrere Prozentpunkte an Akkukapazität bringen!
2.: Deaktiviert die Hintergrundaktualisierungen wie unter Punkt 1 beschrieben auch für alle anderen Apps, die ihr nie oder nur selten benötigt.
3.: Hört auf, eure Apps im Appswitcher zu beenden. Das manuelle beenden der Apps verbraucht mehr Strom als die App im Schlafmodus verbraucht. Deaktiviert lieber, wie in Punkt 2 beschrieben, weitere Hintergrundaktualisierungen 🙂
4.: Wenn Punkt 1 – 3 nicht helfen konnte, versucht mal zeitweise die Push Benachrichtigungen eurer Emails zu deaktivieren. Ob das funktioniert hängt ganz vom Anbieter ab. Bei manchen klappt es, bei manchen nicht. Also verzichtete nicht generell auf den Komfort von Push Emails und testet erst einmal, ob sich durch das Deaktivieren wirklich etwas ändert
5.: Deaktiviert Push Notifications bei Apps die euch nerven oder unwichtig sind. Jedes mal wenn ihr eine dieser Nachrichten bekommt, wacht das iPhone kurz auf, schaltet das Display an und verbraucht Strom. Das mag nicht sonderlich viel sein, aber Kleinvieh macht auch Mist und wenn es euch auch nicht Stunden an Laufzeit bringt, so doch eine Menge geschonter Nerven.
6.: Schaltet die Prozentanzeige der Akkuanzeige aus und genießt euerer Leben. Viele Menschen schauen panisch bei jedem Einschalten auf die schrumpfende Anzeige und schalten ihr iPhone nur an, um zu sehen ob es wieder ein paar Prozentpunkte weniger sind. Ja, auch das kostet Strom und bringt euch, bis auf graue Haare, faktisch nichts.
7.: Geht bei anhaltenden Problemen in den nächsten Apple Store. Die Mitarbeiter an der Genius Bar haben einen genialen kleinen Batterietest, der abklärt, ob euer Problem ein Softwareproblem oder gar der Akku defekt ist. Ok, in den Stores ist es häufig laut und eng, aber es lohnt sich.
8.: Ein Hauptgrund für leere Akkus ist schlechter Mobilfunkempfang. Wenn ihr euch in Gebieten mit schlechtem Empfang bewegt, schickt das iPhone automatisch mehr Strom an die Antennen um deren Empfangsleistung zu verstärken. Haltet Ihr euch also häufig in Bereichen auf, die schlecht versorgt sind, ist es ratsam hin und wieder den Flugmodus anzuschmeissen. Ihr könnt dann zwar weder Mobilfunk noch GPS nutzen, spart euch aber wichtigen Strom ein, den ihr vielleicht am Ende des Tages dringender benötigt.
