Die VZ-Netzwerke sind am Ende

von horchposten am in Allgemein

Das Ende der VZ-Netzwerke war absehbar. Dennoch wurde ein wunderbares Märchen von “mehr als 16 Millionen” aktiven VZ-Mitgliedern bis zum Schluss weiter gesponnen, dabei sprachen bereits im Mai die VZ-Mitarbeiter im eigenen Blog von wesentlich schlechteren Zahlen. StudiVZ und SchülerVZ sollen im Mai zusammen nur noch 3,6 Millionen sogenannte „Unique User“ gehabt haben. Auch die Zahl der Seitenbesuche (Visits) war dramatisch gesunken. Im Mai 2011 sollen es laut IVW noch 206,7 Millionen Besuche gewesen sein, im Jahr 2012 waren es im Vergleichszeitraum nur noch 44,7 Millionen. Bei dieser Entwicklung konnte auch kein weiteres „Redesign“ mehr helfen, der Holtzbrinck Konzern hat sich daher fürs Durchgreifen und für harte Einschnitte entschieden.

Diese Woche haben Markus Schunk (Geschäftsführer von Holtzbrinck Digital) und Stefanie Waehlert (CEO der VZ Netzwerke) in einer Pressemitteilung den massiven Umbau und die Umbenennung der VZ-Netzwerke bekannt gegeben. SchülerVZ wird auch künftig weiterbestehen, allerdings in IDpool umbenannt. „Wir wollen unsere führende Position im Markt für soziale Jugendnetzwerke ausbauen“, erklärte Waehlert. Das alte SchülerVZ konnte sich tatsächlich als Jugendnetzwerk gegen Facebook behaupten, da es im Gegensatz zum amerikanischen Netzwerk schon für Kinder ab zehn Jahren offenstand. IDpool soll jedoch künftig zu einer „einer interessenbasierten Contentplattform zum Austausch und Entwickeln von Fähigkeiten“ werden. Dazu soll die Plattform letztlich „zu einem edukativen Angebot“ ausgebaut werden. Ob das die Kids auf Dauer begeistern kann?

Für MeinVZ und StudiVZ werden dagegen „neue Optionen“ geprüft – was nach Verkaufen oder Verschmelzen klingt. „Braucht kein Mensch mehr“, ist die Meinung von Jürgen Vielmeier auf Basic Thinking – und er spricht damit aus, was eigentlich alle denken.

Aus dem Mutterunternehmen VZ-Netzwerke wird dagegen Poolworks – welche Dienste unter diesem neuen Namen zukünftig angeboten werden, dass ist noch unklar. Die VZ-Netzwerke haben allerdings im April eine Reihe neuer Marken angemeldet hat, darunter Lifepool – was ja durchaus zu Poolworks passt. 😉

Diese Woche will sich Stefanie Waehlert sowohl zur Zukunft von Poolworks äußern, als auch weitere Details zu IDpool bekanntgeben. Waehlert hat Erfahrung mit Rettungskonzepten für gescheiterte Netzwerke – zuvor führte sie bereits die erfolglosen Lokalisten.