Der Apple iWatch wollte Samsung unbedingt zuvorkommen, darum hat der koreanische Konzern seine Smartwatch auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) vorgestellt. Doch was kommt dabei heraus, wenn Apple nicht als Kopiervorlage dient? Die Samsung Galaxy Gear – und eine Ähnlichkeit mit den asiatischen Taschenrechneruhren der 80er Jahre ist nicht zu leugnen. Vorgestellt wurde diese Smartwatch im Rahmen des „Unpacked-Events“ im Berliner Tempodrom. Obwohl – darf man das Ding wirklich noch Smartwatch nennen? Von einem „Companion Device“ spricht jedenfalls Samsung, denn ohne zusätzliches Smartphone oder Tablet ist diese Smartwatch eigentlich völlig nutzlos! Und kompatibel ist die Galaxy Gear nur mit neuesten Samsung Geräten mit Android 4.3 als Betriebssystem.
Kann man mit einer Galaxy Gear telefonieren?
Über das integrierte Mikrofon kann man mit einem Galaxy Gear telefonieren und auch auf Samsungs Sprachsteuerung S-Voice zugreifen – wenn das eigene Smartphone in der Nähe ist. Der kleine Gear-Lautsprecher ist jedoch sehr leise, daher sind Telefonate wohl nur in einer ruhigen Umgebung möglich. Über die S-Voice-Funktion kann man auch Kalendereinträge vornehmen und einfache Fragen stellen – beispielsweise nach dem Wetter. Die gewünschte Information wird dann im Internet gesucht und die Antwort auf dem Smartphone-Display angezeigt.
Wer eine E-Mail bekommt wird per Galaxy Gear darüber benachrichtigt, lesen soll man die Mail aber ebenfalls auf dem Smartphone. Über das Gear-Mikrofon lässen sich auch Texte diktieren und dann über das Smartphone per SMS oder Mail versenden. Über Bluetooth 4.o erfolgt der Datenaustausch zwischen Smartwatch und Smartphone.
Gibt es Galaxy Gear Apps?
Über die „Gear Manager App“ können unterschiedlichste UI-Designs und spezielle Apps aufgerufen werden – beispielsweise Runtastic, Path oder Evernote. Zur Markteinführung soll es 70 Gear-Apps für den 1,63 Zoll Display geben – aber auf der Smartwatch lassen sich voraussichtlich nur bis zu 10 Apps installieren. Und das bei einem 4 GByte Flash-Speicher.
Nach der Gear-Präsentation bemängelten Journalisten und Techblogger die langen App-Ladezeiten und eine verzögerte Reaktion bei der Bedienung. Offenbar bieten Single-Core-CPU mit 800 MHz und 512 MByte RAM für diese Samsung Smartwatch zu wenig Leistung.
Hat die Galaxy Gear eine Kamera?
In das Gear-Armband hat Samsung eine Kamera mit 1,9 Megapixel integriert. Ein kurzes Tippen auf den Smartwatch-Display, schon wird ein Foto (bis zu 2 Megapixel) oder ein Video (bis 720p) gemacht. Die Länge eines Videos ist wohl auf 10 Sekunden begrenzt. Die Aufnahmen werden automatisch mit dem Smartphone synchronisiert und in einer Galerie abgespeichert. Ein erster Blick auf Fotos und Videos bestätigt die schlimmsten Befürchtungen: Die Qualität ist schlecht. Dafür soll man wirklich auf den Gebrauch seiner Smartphone-Kamera verzichten? Ganz bestimmt nicht. Interessant ist die Schilder-Erkennung. Die Galaxy Gear soll per Kamera und S-Translate auch Schilder erkennen und übersetzen können. Aber sind diese übersetzten Schildertexte auf dem 1,6 Zoll Display zu lesen? Oder muss man dafür wieder das Smartphone aus der Tasche holen?
Was ist von dem Galaxy Gear Akku zu erwarten?
Der Galaxy Gear Akku ist 315 mAh stark – und hält nur einen Tag. Selbst das erreicht Samsung nur durch ein strenges Energiesparprogramm – beispielsweise deaktivieren sich Gear-Display und Kamera nach jeder Nutzung sofort. Das spart natürlich Energie, könnte aber im Alltag schon nach kurzer Zeit gewaltig nerven.
Wann kommt die Galaxy Gear in den Handel?
Offenbar hat sich Samsung sehr beeilt, damit man eine Galaxy Gear auf IFA präsentieren kann. Doch die Schenlligkeit hat einen Preis: Für Journalisten, Techblogger und Einkäufer gibt es im Moment offenbar keine Testgeräte. Für GIGA waren jedoch Sven Kaulfuss und Kamal Nicholas auf der IFA unterwegs und konnten sich daher bei der Präsentation die Galaxy Gear aus der Nähe ansehen. Ein HandsOn-Video hat GIGA bei YouTube veröffentlicht.
Ab 25. September soll die Samsung Galaxy Gear als Companian Device für Galaxy S3 und S4, sowie Galaxy Note 2 und 3 erhältlich sein. Noch steht nicht fest, ob diese Smartwatch in unser Arktis-Sortiment aufgenommen wird. Smart-Zubehör für Smartphones und Tablets hatten wir nicht erwartet. Über unsere Entscheidung informieren wir im Arktis-Blog.
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